Biken in Lenzerheide, 13. – 16.7.2013

Teil 2

 

Lenzerheide Tag 3

An unserem dritten Kurstag stand die berühmt, berüchtigte Arosatour auf dem Programm. Es sollte eine happige Etape werden, über die bereits am Vorabend beim Abendessen viel diskutiert wurde. Berühmt, berüchtigt, weil einige Teilnehmer bereits in früheren Jahren diese Tour absolvierten und freudig von ihren Eindrücken berichteten.

Am nächsten Tag war es also soweit. Pünktlich wie gewohnt um 9.00uhr startete das hochkarätig besetzte ZSV-Racingteam in die Königsetappe. Die sauren Beine aus dem Vortag waren schnell vergessen.

Der Start führte wie immer von der Lenzerheide aus über die Jochalp nach Tschiertschen. Danach ging es weiter mit einem anspruchsvollen Anstieg über die wunderschöne Ochsenalp zur Mittelstation der Arosa-Rothornbahn, bei der das Mittagessen eingenommen wurde. Nach dem Mittagessen folgte ein weiterer, harter Aufstieg hinauf zur Hörnlihütte. Nach einer Mini-Pause musste nur noch eine kurze aber kräfteraubende Schiebe- und Tragepassage hinüber auf das Urdenfürggli überstanden werden, bevor die lange Abfahrt auf die Lenzerheide in Angriff genommen werden konnte. Insgesamt waren es strenge 45km und 2300hm die zu bewältigen waren.

Wie erwartet bot die Etappe viel Spektakel und war an Dramatik kaum zu überbieten. Auch bei unserer Lenzerheide-Rundfahrt, die parallel zur Tour de France lief, wurde niemandem etwas geschenkt. Das Tempo war stets sehr hoch am Berg. Die ganze Etappe war geprägt von dem Kampf um das begehrte ,,Rolf Zürcher- Trikot’’, zwischen den Routiniers Lino Stüttler und Rolf Zürcher. Der zuvor zurückhaltende Kämpfer Lino, setzte sich nach zwei schonenden Biketagen gekonnt in Szene und überzeugte mit seinen mutigen Angriffen. Der Aufwand hat sich gelohnt und er gewann das Trikot souverän. Unser Teamleader und stärkster Fahrer am Berg, Brian Kreuzer, zog hingegen einen rabenschwarzen Tag ein und musste nach einem technischen Defekt seine rasante Aufholjagd starten. Welche ihm zum Verhängnis wurde. Nach plagenden Bauchkrämpfen musste er aufgeben und enttäuscht die Rückreise ins Hotel mit der Räthischenbahn antreten. Auf der waghalsigen Abfahrt vom ,,Urdenfürggli’’ nach Lenzerheide gab es leider noch zwei spektakuläre Stürtze von Gianluca Amstutz und Fabienne Reichlin. Die beiden liessen sich allerdings nichts anmerken und sind hoffentlich glimpflich mit einem Schock davon gekommen.

Noch hervorzuheben an diesem ereignisreichem Tag ist die gesamte Mannschaftsleistung der Girls. Sie haben bis zum Schluss gefightet und alles gegeben, das war grosses Kino.

Lenzerheide Tag 4

Für den letzten Tag planten wir am Vorabend die Heimreise gemütlich beim Abendessen. Allerdings hat sicher keiner der Athleten damit gerechnet, dass der ganze Weg von der Lenzerheide nach Pfäffikon auf dem Rad absolviert wird. Es stand also für die Schlussetappe nochmals ein hartes Stück Arbeit auf dem Programm. 127km auf dem Bike zurückzulegen ist bestimmt kein Zuckerschlecken, das war uns allen bewusst.

So starteten wir wiederum um 9.00uhr mit gepackten Koffern und voller Tatendrang zu unserem letzten Akt. Drei Fahrer mussten sich opfern, so durften Rolf, Brian und Yannick Zürcher nicht mehr mittun. Der Hobbysportler Yannick Zürcher ist für seine Rollerqualitäten bekannt und war somit ein herber Verlust für das ganze Team, da er sich über alle drei Tag in hervorragender Form auf dem Rad präsentierte. Das Mittagessen war in Sargans geplant. Trotz kleinen Wegschwierigkeiten in Chur, erreichten wir das Ziel mit geschlossener Mannschaft schnell und konnten unser zügiges Tempo durchziehen.

Nachdem gemeinsamen Mittagessen und gestilltem Hunger standen uns nun noch 65km bevor. Brian-Froome Kreuzer war wieder genesen und tauschte sein Rad gegen den Teambus mit Lino. 2h 35min später fuhren wir bereits in Pfäffikon über die Ziellinie, nach einer reinen Fahrzeit von 2h 25min. Eine super Zeit trotz teilweise starkem Gegenwind auf der Strecke. Alle waren happy und erleichtert das Ziel erreicht zu haben. Jede/er durfte auf sein Gezeigtes Stolz sein. Allerdings muss man noch anmerken, dass diese super Zeit nur durch Ramon Zürcher und Brian Kreuzer möglich war. Sie fuhren permanent an der Spitze im Wind draussen und führten zurückgefallene Athleten wieder gekonnt ans Feld heran. Über alle Tage bewies das Duo grosse Klasse und überzeugte mit starken Leistungen.

Ich denke, man darf von einem sehr gelungenem Kondikurs sprechen, der reibungslos ablief, viel Spass machte und bei herrlichem Wetter stattfand. Dies war vielleicht mit ein Grund oder Motivation für die hervorragenden Leistungen.

Lukas Brawand